Experimentell-ökologische und populationsgenetische Untersuchungen zur Identifizierung passgenauer Maßnahmen für die kurzfristige Stützung und langfristige Regeneration der Tieflagenbestände von Arnica montana


Projektleiterin/ Projektleiter



Details zum Projekt

Projektstart: 01.08.2014
Projektende: 31.07.2020
Webseite des Projektes: http://www.arnika-hessen.de/home/


Zusammenfassung

Arnica montana ist eine mitteleuropäisch verbreitete Art, für die Deutschland aufgrund der Lage im Verbreitungszentrum eine besondere Verantwortung trägt. Die Bestände sind deutschland- und europaweit dramatisch eingebrochen, woraus sich dringender Handlungsbedarf zur Erhaltung und Stützung der verbliebenen Populationen ergibt. Allerdings fehlen belastbare Informationen zu den Gefährdungsursachen und den geeigneten Maßnahmen, mit denen sich Arnica montana -Bestände erfolgreich nachhaltig sichern lassen. Ziel dieses Vorhabens ist es daher, ein deutschlandweit übertragbares Managementkonzept zu entwickeln, das auf der Analyse der Gefährdungsursachen und der Identifikation geeigneter in situ- und ex situ-Maßnahmen basiert. Die exemplarische Umsetzung der passgenau auf die jeweilige Bestandesstruktur zugeschnittenen Maßnahmen wird im Modellgebiet Mittelhessen durchgeführt, evaluiert und auf ihre generelle Übertragbarkeit überprüft. Gleichzeitig soll durch die aktive Einbindung der lokalen Akteure in das Projekt und durch vielfältige Bildungsangebote der Grünen Schule des Botanischen Gartens ein nachhaltiges Verantwortungsbewusstsein für den Schutz und den Erhalt der Arnica montana-Bestände in einer breiten Öffentlichkeit verankert werden. Die angewandten Methoden, die Ergebnisse der Forschung und der Maßnahmen-Umsetzung sowie das generelle Vorgehen bei der Auswahl und Durchführung geeigneter in situ- und ex situ-Erhaltungsmaßnahmen werden den Akteuren des Naturschutzmanagements in Form eines Praxisleitfadens an die Hand gegeben.
Die Ziele des Teilprojektes sind:
1.) die Erforschung der relevanten populationsgenetischen und ökologischen Prozesse, die zu den starken Bestandseinbrüchen und zum Erlöschen zahlreicher Tieflagen-Bestände von Arnica montana geführt haben.
2.) die Erforschung der Effizienz von potentiell Habitat-verbessernden Maßnahmen zur Regeneration der Arnika-Bestände.
3.) die Erforschung der Effizienz von potentiell populationsstützenden Maßnahmen zur Regeneration der Arnika-Bestände
4.) die Identifizierung von a) ökologischen Indikatoren der Habitat-Qualität von Flächen sowie b) demografischen/populationsökologischen Indikatoren der Überlebensfähigkeit von Arnika-Beständen, die es ohne aufwändige Analysen ermöglichen, die Dringlichkeit für stützende Maßnahmen abzuschätzen und passgenaue Maßnahmen zur Sicherung und Regeneration der Bestände auszuwählen.
5.) Die Formulierung der aus diesen Ergebnissen ableitbaren Handlungsempfehlungen für die kurzfristige Stützung und langfristige Regeneration der deutschen Tieflagen-Bestände von Arnica montana als Teil eines Praxisleitfadens zum Arnika-Management in Deutschland.
Dieses Teilprojekt liefert mit der Identifizierung der Gefährdungsfaktoren und der geeigneten an die einzelnen Bestände angepassten Habitat-verbessernden und populationsstützenden Maßnahmen sowie mit der Formulierung von Indikatoren zur Abschätzung der Habitatqualität und des Zustandes von Arnika-Beständen die wissenschaftliche Basis für a) die konkreten Umsetzungsmaßnahmen im Projekt sowie b) die Erarbeitung eines deutschlandweit übertragbaren Managementkonzepts zur langfristigen Sicherung der Tieflagen-Bestände von Arnica montana.


Externe Partner


Forschungsfelder


Publikationen


From nutrients to competition processes: Habitat specific threats to Arnica montana L. populations in Hesse, Germany (2020)
PLoS ONE
Hollmann V., Donath T.W., Grammel F., Himmighofen T., Zerahn U., Leyer I.